Kurz & knapp
- Alkohol liefert zusƤtzliche Kalorien und kann die Energiebilanz bei DiƤten beeinflussen.
- Der Konsum von Alkohol kann den Stoffwechsel und die Fettverbrennung negativ beeinflussen.
- Alkohol kann die Muskelproteinsynthese und damit die Muskelregeneration nach dem Sport stƶren.
- RegelmƤĆiger Alkoholkonsum kann die sportliche LeistungsfƤhigkeit und Erholung beeintrƤchtigen.
- Bewusster Umgang mit Alkohol kann helfen, ErnƤhrungs- und Fitnessziele besser zu erreichen.
- Das richtige Gleichgewicht zwischen Genuss, Ernährung und Bewegung ist wichtig für Gesundheit und Leistungsfortschritt.
In unserer Gesellschaft ist Alkohol allgegenwƤrtig und oft ein fester Bestandteil sozialer AktivitƤten. Ob bei geselligen Treffen mit Freunden, Feierlichkeiten oder einfach nur zur Entspannung nach einem langen Arbeitstag ā alkoholische GetrƤnke gehƶren für viele Menschen zum Alltag dazu. Doch was geschieht, wenn wir gleichzeitig auch eine gesunde ErnƤhrung und regelmƤĆigen Sport in unseren Lebensstil integrieren mƶchten? Der Einfluss von Alkohol auf eine DiƤt und sportliche AktivitƤten ist ein Thema, das selbst in der Welt der Fitness und gesunden ErnƤhrung immer wieder kontrovers diskutiert wird.
Ist es mƶglich, ein gesundes Gleichgewicht zwischen einem sozialen Leben, Genuss und unseren Fitnesszielen zu finden? Wir zeigen, wie Alkohol die Kalorienbilanz beeinflusst und welche Rolle er im Stoffwechsel spielt. Zudem geht es darum, wie sich Alkoholkonsum auf Fettverbrennung und Muskelregeneration auswirkt. AbschlieĆend betrachten wir die psychologischen Aspekte von Alkohol im Spannungsfeld zwischen Disziplin, Motivation und sozialem Druck.
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Ein gesunder Lebensstil erfordert nicht zwangsläufig einen gänzlichen Verzicht auf Alkohol, aber es ist wichtig, sich bewusst zu sein, wie sich alkoholische Getränke auf unsere Bemühungen in Bezug auf Ernährung und Sport auswirken können. Dieser Blogartikel wird dir dabei helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und die richtige Balance zwischen Genuss, Geselligkeit und deiner Gesundheit zu finden.
Alkohol und Kƶrpergewicht: Macht Alkohol dick?

Die Beziehung zwischen Alkohol und dem Körpergewicht ist komplexer als oft angenommen. Während sich viele von uns mit den Kalorien von Lebensmitteln beschäftigen, wird dem Kaloriengehalt von Alkohol häufig weniger Beachtung geschenkt. Die Tatsache, dass die Nährwertkennzeichnung für viele alkoholische Getränke nicht verpflichtend ist, erschwert es, den Durchblick zu behalten. Dies kann negative Folgen auf die Kalorienbilanz und das Körpergewicht nach sich ziehen.
Kaloriengehalt von Alkohol: Viele „leere“ Kalorien
Ein wesentlicher Aspekt, der oft übersehen wird, ist, dass alkoholische GetrƤnke ƤuĆerst kalorienreich sind1Sim F. (2015). Alcoholic drinks contribute to obesity and should come with mandatory calorie counts. BMJ (Clinical research ed.), 350, h2047. https://doi.org/10.1136/bmj.h2047.. Alkohol (Ethanol) besitzt mit 7,1 kcal/g eine hohe Energiedichte, die fast doppelt so hoch ausfƤllt wie bei Kohlenhydraten und Proteinen (4,1 kcal/g) und nur noch von Fett (9,3 kcal/g) übertroffen wird. Alkohol ist somit ein wichtiger Energielieferant2Paton A. (2005). Alcohol in the body. BMJ (Clinical research ed.), 330(7482), 85ā87. https://doi.org/10.1136/bmj.330.7482.85., der jedoch keine essenziellen NƤhrstoffe liefert. Gleichzeitig enthalten alkoholische GetrƤnke oft nicht nur Kalorien aus Alkohol selbst, sondern auch aus anderen Zutaten wie Zucker. Der Kaloriengehalt alkoholischer GetrƤnke kann je nach Alkohol- und Zuckergehalt schwanken, wobei Ethanol und zugesetzte Zucker die Haupttreiber für den Kaloriengehalt sind. Ein Bier (0,5 l) mit 4,8 % Vol. liefert beispielsweise etwa 158 kcal, ein Glas (0,2 l) trockener Rotwein mit 13,5 % Vol. etwa 160 kcal und ein Glas (0,1 l) trockener Sekt mit 12,5 % Vol. etwa 82 kcal. Zudem werden die Kalorien aus Alkohol vom Kƶrper effizient verwertet. Obwohl Ethanol einen hohen thermogenen Effekt zwischen 10 bis 30 % hat, scheint er die Energiebilanz nicht positiv zu beeinflussen3Westerterp K. R. (2004). Diet induced thermogenesis. Nutrition & metabolism, 1(1), 5. https://doi.org/10.1186/1743-7075-1-5..
Alkohol und Stoffwechsel: Nachteile im Doppelpack
Alkohol kann den Stoffwechsel und die Energiebilanz auf verschiedene Weise nachteilig beeinflussen. Einerseits kann er die Fettoxidation verringern, was bedeutet, dass der Kƶrper weniger Fett verbrennt, wenn Alkohol im System ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Ethanol ā ein Zellgift ā nicht im Kƶrper gespeichert werden kann und daher vorrangig und kontinuierlich oxidiert wird. Wenn Ethanol zusammen mit Nahrung aufgenommen wird, wird es schnell zur Hauptenergiequelle, wobei es zeitweise Fett und Kohlenhydrate von der Oxidation verdrƤngt4Schutz Y. (2000). Role of substrate utilization and thermogenesis on body-weight control with particular reference to alcohol. The Proceedings of the Nutrition Society, 59(4), 511ā517. https://doi.org/10.1017/s0029665100000744.. Acetat, ein Metabolit des Alkohols, dient dabei als Energiequelle, die die Fettoxidation behindert und insbesondere die Entstehung von viszeraler Adipositas (Bauchfett) fƶrdern kann 5Golzarand, M., Salari-Moghaddam, A., & Mirmiran, P. (2022). Association between alcohol intake and overweight and obesity: a systematic review and dose-response meta-analysis of 127 observational studies. Critical reviews in food science and nutrition, 62(29), 8078ā8098. https://doi.org/10.1080/10408398.2021.1925221.. ZusƤtzlich erhƶht Alkohol über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol erhƶhen, das ebenfalls mit abdominaler Adipositas in Verbindung steht6van der Valk, E. S., Savas, M., & van Rossum, E. F. C. (2018). Stress and Obesity: Are There More Susceptible Individuals?. Current obesity reports, 7(2), 193ā203. https://doi.org/10.1007/s13679-018-0306-y..
Andererseits kann Alkohol den Appetit anregen und die Nahrungsaufnahme stimulieren7Yeomans M. R. (2010). Alcohol, appetite and energy balance: is alcohol intake a risk factor for obesity?. Physiology & behavior, 100(1), 82ā89. https://doi.org/10.1016/j.physbeh.2010.01.012.. Diese Stimulation kann z. T. auf eine Enthemmung zurückgeführt werden, die die Hemmschwelle für eine weitere Kalorienzufuhr senkt, insbesondere bei zuvor gemiedenen Lebensmitteln. Durch den „What-The-Hell-Effekt“ neigen einige Personen dazu, einmal gebrochene ErnƤhrungsregeln weiter zu ignorieren, was zusammen mit einer appetitanregenden Hormonwirkung und sozialen Einflüssen die Gesamtenergieaufnahme steigern kann. Der begleitende Verzehr anderer, ggf. fett- und energiereicher Lebensmittel, kann in diesem Kontext zu einer deutlich erhƶhten Kalorienzufuhr beitragen8Cummings, J. R., Gearhardt, A. N., Ray, L. A., Choi, A. K., & Tomiyama, A. J. (2020). Experimental and observational studies on alcohol use and dietary intake: a systematic review. Obesity reviews : an official journal of the International Association for the Study of Obesity, 21(2), e12950. https://doi.org/10.1111/obr.12950. 9Fong, M., Scott, S., Albani, V., Adamson, A., & Kaner, E. (2021). ‚Joining the Dots‘: Individual, Sociocultural and Environmental Links between Alcohol Consumption, Dietary Intake and Body Weight-A Narrative Review. Nutrients, 13(9), 2927. https://doi.org/10.3390/nu13092927.. Wird Alkohol zusammen mit Nahrung konsumiert, unterdrückt er interessanterweise nicht die Aufnahme anderer MakronƤhrstoffe, um seinen eigenen Energiegehalt zu kompensieren10Yeomans M. R. (2004). Effects of alcohol on food and energy intake in human subjects: evidence for passive and active over-consumption of energy. The British journal of nutrition, 92 Suppl 1, S31āS34. https://doi.org/10.1079/bjn20041139.. Der Konsum von Alkohol führt somit nicht zu einer entsprechenden Verringerung der spontanen Nahrungszufuhr. Das bedeutet, dass die Kalorien aus Alkohol tendenziell „on top“ zu der normalen tƤglichen Kalorienaufnahme hinzukommen.11Caton, S. J., Nolan, L. J., & Hetherington, M. M. (2015). Alcohol, Appetite and Loss of Restraint. Current obesity reports, 4(1), 99ā105. https://doi.org/10.1007/s13679-014-0130-y.
Alkohol als Risikofaktor für Ćbergewicht
Ethanol wird im Kƶrper als Energiequelle genutzt und sollte daher in der tƤglichen Energiebilanz berücksichtigt werden. Trotz seiner relativ hohen Thermogenese, gibt es kaum Hinweise darauf, dass die Netto-Energiemenge aus Alkohol signifikant geringer ausfƤllt und die enthaltenen Kalorien daher „nicht zƤhlen“12Poppitt S. D. (2015). Beverage Consumption: Are Alcoholic and Sugary Drinks Tipping the Balance towards Overweight and Obesity?. Nutrients, 7(8), 6700ā6718. https://doi.org/10.3390/nu7085304. 13Mattes R. D. (2006). Fluid energy–Where's the problem?. Journal of the American Dietetic Association, 106(12), 1956ā1961. https://doi.org/10.1016/j.jada.2006.10.026.. Obwohl Alkohol in vielen ErnƤhrungsformen und Kulturen prƤsent ist, stellt der regelmƤĆiger Konsum einen Risikofaktor für Ćbergewicht und Adipositas dar14Inan-Eroglu, E., Powell, L., Hamer, M., O'Donovan, G., Duncan, M. J., & Stamatakis, E. (2020). Is There a Link between Different Types of Alcoholic Drinks and Obesity? An Analysis of 280,183 UK Biobank Participants. International journal of environmental research and public health, 17(14), 5178. https://doi.org/10.3390/ijerph17145178.. Alkohol kann die tƤgliche Energiezufuhr um 5ā10 % steigern15Gaddini, G. W., Turner, R. T., Grant, K. A., & Iwaniec, U. T. (2016). Alcohol: A Simple Nutrient with Complex Actions on Bone in the Adult Skeleton. Alcoholism, clinical and experimental research, 40(4), 657ā671. https://doi.org/10.1111/acer.13000. und bei jungen Erwachsenen die Energiezufuhr um bis zu 250 kcal/Tag erhƶhen16Kwok, A., Dordevic, A. L., Paton, G., Page, M. J., & Truby, H. (2019). Effect of alcohol consumption on food energy intake: a systematic review and meta-analysis. The British journal of nutrition, 121(5), 481ā495. https://doi.org/10.1017/S0007114518003677.. In bestimmten Alters- und Geschlechtsgruppen tragen die konsumierten Alkoholmengen wesentlich zur tƤglichen Energiezufuhr bei. Obwohl die bisherige Evidenz aufgrund von zahlreichen potenziellen Stƶrvariablen gemischt ist17Siegmann, E. M., Mazza, M., Weinland, C., Kiefer, F., Kornhuber, J., Mühle, C., & Lenz, B. (2022). Meta-analytic evidence for a sex-diverging association between alcohol use and body mass index. Scientific reports, 12(1), 21869. https://doi.org/10.1038/s41598-022-25653-w. 18Sayon-Orea, C., Martinez-Gonzalez, M. A., & Bes-Rastrollo, M. (2011). Alcohol consumption and body weight: a systematic review. Nutrition reviews, 69(8), 419ā431. https://doi.org/10.1111/j.1753-4887.2011.00403.x. 19AlKalbani, S. R., & Murrin, C. (2023). The association between alcohol intake and obesity in a sample of the Irish adult population, a cross-sectional study. BMC public health, 23(1), 2075. https://doi.org/10.1186/s12889-023-16946-4., kann dieser Mehrkonsum die Energiebilanz und damit das Kƶrpergewicht negativ beeinflussen. Es zeigt sich, dass mit steigendem Alkoholkonsum das Risiko für Ćbergewicht und Adipositas wƤchst, insbesondere wenn die zusƤtzlichen Kalorien nicht durch eine kalorienƤrmere ErnƤhrung oder erhƶhte kƶrperliche AktivitƤt ausgeglichen werden20Robinson, E., Humphreys, G., & Jones, A. (2021). Alcohol, calories, and obesity: A rapid systematic review and meta-analysis of consumer knowledge, support, and behavioral effects of energy labeling on alcoholic drinks. Obesity reviews : an official journal of the International Association for the Study of Obesity, 22(6), e13198. https://doi.org/10.1111/obr.13198. 21Traversy, G., & Chaput, J. P. (2015). Alcohol Consumption and Obesity: An Update. Current obesity reports, 4(1), 122ā130. https://doi.org/10.1007/s13679-014-0129-4. 22Tayie, F. A., & Beck, G. L. (2016). Alcoholic beverage consumption contributes to caloric and moisture intakes and body weight status. Nutrition (Burbank, Los Angeles County, Calif.), 32(7-8), 799ā805. https://doi.org/10.1016/j.nut.2016.01.013. 23Lu, T., Nakanishi, T., Yoshiji, S., Butler-Laporte, G., Greenwood, C. M. T., & Richards, J. B. (2023). Dose-dependent Association of Alcohol Consumption With Obesity and Type 2 Diabetes: Mendelian Randomization Analyses. The Journal of clinical endocrinology and metabolism, 108(12), 3320ā3329. https://doi.org/10.1210/clinem/dgad324..
Beispiel: Schleichende Gewichtszunahme
Eine 70 kg schwere Frau mit einem Energiebedarf von etwa 2.000 kcal/Tag, die täglich zusätzlich ein Glas Wein mit etwa 160 kcal trinkt, könnte über das Jahr gerechnet (365 Tage) einen signifikanten Kalorienüberschuss aufbauen. Diese zusätzlichen Kalorien können innerhalb eines Jahres zu einer Gewichtszunahme von rund 5 kg führen, wenn sie nicht durch erhöhte körperliche Aktivität oder eine entsprechende Anpassung der Ernährung ausgeglichen werden:

Dieses Beispiel verdeutlicht die kumulative Wirkung von Alkoholkonsum auf die Kalorienbilanz. Selbst geringere Alkoholmengen, die auf den ersten Blick unerheblich erscheinen mƶgen, kƶnnen langfristig zu einer erheblichen Gewichtszunahme führen, wenn keine kalorische Kompensation erfolgt. Ćber einen Zeitraum von mehreren Jahren kann sich dies zu einer signifikanten Gewichtszunahme summieren, wenn der Alkoholkonsum konstant bleibt und keine Anpassungen im Lebensstil vorgenommen werden. Daher ist es wichtig, auch den scheinbar geringen Mengen an Kalorien, die Alkohol mit sich bringt, Beachtung zu schenken und bei der Planung der ErnƤhrung und Bewegung zu berücksichtigen.
Praktische Tipps für den Umgang mit Alkohol in der Diät
Vielleicht bist du gerade auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil oder möchtest deine Diätziele erreichen. Hierbei spielt der Umgang mit Alkohol eine wichtige Rolle. Da Alkohol zusätzliche Kalorien liefert und den Appetit anregen kann, ohne die Aufnahme anderer Makronährstoffe zu kompensieren, ist es entscheidend, den Alkoholkonsum bewusst zu gestalten. Wenn du nicht völlig auf Alkohol verzichten möchtest, können dir folgenden Tipps dabei helfen, den Konsum zu kontrollieren:
- WƤhle deine GetrƤnke bewusst: Bevorzuge GetrƤnke mit einem geringeren Alkohol- und Zuckergehalt, wie z. B. Leichtbier, zuckerfreien Radler oder trockenen Rotwein anstatt süĆen Cocktails und Likƶren. So reduzierst du die zusƤtzliche Kalorienaufnahme.
- Entdecke alkoholfreie Alternativen: Probiere alkoholfreie Varianten deiner Lieblingsgetränke aus. Es gibt eine Vielzahl von alkoholfreien Bieren, Weinen und sogar Mocktails, die den Geschmack ihrer alkoholischen Gegenstücke imitieren, ohne zusätzliche Kalorien aus Alkohol zu liefern und deinen Stoffwechsel nachteilig zu beeinflussen.
- Setze klare Grenzen: Bestimme im Voraus, wie viele alkoholische GetrƤnke du konsumieren mƶchtest. Setze das Limit beispielsweise bei zwei Bier am Abend, um den Ćberblick zu behalten und unnƶtige Kalorien zu vermeiden.
- Lƶsche Durst mit Wasser: Trinke vor und zwischen alkoholischen GetrƤnken ein Glas Wasser, um deinen Durst (nicht mit Alkohol) zu stillen und so die Kalorienzufuhr aus alkoholischen GetrƤnken zu reduzieren. Trinke z. B. ein Glas Wasser vor und nach einem Glas Wein.
- Behalte die Energiebilanz im Blick: Alkohol macht nicht per se „dick“, doch der regelmƤĆige Konsum kann unbemerkt die tƤgliche Kalorienzufuhr erhƶhen und die Energiebilanz beeintrƤchtigen. Ćberwache deinen Alkoholkonsum und berücksichtige ihn in deinem ErnƤhrungs- und Bewegungsplan, um eine schleichende Gewichtszunahme zu vermeiden.
Durch bewusste Entscheidungen kannst du deine DiƤt unterstützen und gleichzeitig den Genuss von Alkohol in MaĆen beibehalten. Gelegentlicher Alkoholkonsum muss die Bemühungen um eine gesunde ErnƤhrung und Gewichtabnahme bzw. -kontrolle nicht zwangslƤufig untergraben. Allerdings ist es wichtig, sich der Wechselwirkungen zwischen Alkoholkonsum, Kalorienzufuhr und Stoffwechsel bewusst zu sein, um eine gesunde Balance zu finden und aufrechtzuerhalten.
Alkohol steigert den Genuss beim Essen und regt den Appetit an. Allerdings ist der Konsum eines alkoholischen Getränks oft mit einer unzureichenden Energiekompensation verbunden. Die Kalorien aus Alkohol können sich zur Gesamtenergieaufnahme addieren und darüber hinaus zum weiteren Essen anregen. Für diejenigen, die abnehmen möchten, ist die Begrenzung des Alkoholkonsums daher ein effektiver Weg, die Kalorienzufuhr zu verringern.
Alkohol und Muskelaufbau: Passt das zusammen?

Muskelaufbau und Alkohol scheinen auf den ersten Blick kaum vereinbar, da das Streben nach Masse, Definition und Kraft im Kontrast zum Konsum alkoholhaltiger GetrƤnke steht. Dennoch ist Alkohol nicht nur in der Allgemeinbevƶlkerung, sondern auch im Sport weit verbreitet24Exner, J., Bitar, R., Berg, X., Pichler, E. M., Herdener, M., Seifritz, E., & Claussen, M. C. (2021). Use of psychotropic substances among elite athletes – a narrative review. Swiss medical weekly, 151, w20412. https://doi.org/10.4414/smw.2021.20412. 25McDuff, D., Stull, T., Castaldelli-Maia, J. M., Hitchcock, M. E., Hainline, B., & Reardon, C. L. (2019). Recreational and ergogenic substance use and substance use disorders in elite athletes: a narrative review. British journal of sports medicine, 53(12), 754ā760. https://doi.org/10.1136/bjsports-2019-100669.. WƤhrend moderate Mengen gelegentlich und in MaĆen ihren Platz haben mƶgen, kann der regelmƤĆige und starke Alkoholkonsum die Anstrengungen im Fitnessstudio zunichtemachen.
Proteinsynthese und Muskelregeneration
Der Alkoholkonsum kann sowohl unmittelbar als auch langfristig die Proteinsynthese und Muskelregeneration beeintrƤchtigen. Nach dem Training ist es entscheidend, die Glykogenspeicher wieder aufzufüllen und die Muskelproteinsynthese (MPS) zu stimulieren. Alkohol kann viele Aspekte des Erholungsprozesses stƶren. Die Proteinsynthese und die daraus resultierende Muskelhypertrophie scheinen durch Ethanol direkt beeinflusst zu werden. So kann Alkohol den mTORC1-Signalweg unterdrücken, einen entscheidenden regulatorischen Pfad, der die MPS und somit das Muskelwachstum steuert26Simon, L., Bourgeois, B. L., & Molina, P. E. (2023). Alcohol and Skeletal Muscle in Health and Disease. Alcohol research : current reviews, 43(1), 04. https://doi.org/10.35946/arcr.v43.1.04.. Dies kann bei hohen Alkoholdosen zu einer signifikanten Verringerung der MPS führen, selbst wenn ausreichend Protein konsumiert wird27Parr, E. B., Camera, D. M., Areta, J. L., Burke, L. M., Phillips, S. M., Hawley, J. A., & Coffey, V. G. (2014). Alcohol ingestion impairs maximal post-exercise rates of myofibrillar protein synthesis following a single bout of concurrent training. PloS one, 9(2), e88384. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0088384.. Ethanol und seine Stoffwechselprodukte stƶren gezielt die Signalübertragung des Wachstumsfaktors IGF-1 über einen spezifischen Signalweg namens S6K128Kumar, V., Frost, R. A., & Lang, C. H. (2002). Alcohol impairs insulin and IGF-I stimulation of S6K1 but not 4E-BP1 in skeletal muscle. American journal of physiology. Endocrinology and metabolism, 283(5), E917āE928. https://doi.org/10.1152/ajpendo.00181.2002. 29Levitt, D. E., Luk, H. Y., & Vingren, J. L. (2022). Alcohol, Resistance Exercise, and mTOR Pathway Signaling: An Evidence-Based Narrative Review. Biomolecules, 13(1), 2. https://doi.org/10.3390/biom13010002.. Dies führt zu einer BeeintrƤchtigung der Transkription von Genen, die an der Muskelhypertrophie beteiligt sind, insbesondere in Muskelfasern vom schnellen Typ II bzw. Typ IIX („Fast Twitch“)30Steiner, J. L., & Lang, C. H. (2014). Alcohol impairs skeletal muscle protein synthesis and mTOR signaling in a time-dependent manner following electrically stimulated muscle contraction. Journal of applied physiology (Bethesda, Md. : 1985), 117(10), 1170ā1179. https://doi.org/10.1152/japplphysiol.00180.2014. 31Vingren, J. L., Koziris, L. P., Gordon, S. E., Kraemer, W. J., Turner, R. T., & Westerlind, K. C. (2005). Chronic alcohol intake, resistance training, and muscle androgen receptor content. Medicine and science in sports and exercise, 37(11), 1842ā1848. https://doi.org/10.1249/01.mss.0000176679.80555.cd..
Alkohol kann die Regeneration auch indirekt stören, wenn er unter isokalorischen Bedingungen den Verzehr von Kohlenhydraten und Protein verdrängt. Wenn proteinreiche Lebensmittel während der Erholungsphase nach dem Training durch Alkohol ersetzt werden, wird die MPS nicht optimal stimuliert, was möglicherweise das Muskelwachstum und die Muskelreparatur hemmen kann. Auf diese Weise kann Alkohol auch die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher beeinträchtigen, die ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Erholung nach dem Training ist. Wenn Alkohol den Verzehr von Kohlenhydraten verdrängt, führt dies zu einer verringerten Verfügbarkeit von Substrat für die Glykogen-Resynthese. Bei Sportlern, die nach dem Training alkoholische Getränke konsumieren, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie die optimalen Ernährungsstrategien für den Erholungsprozess befolgen. Das kann zu einer verlängerten Regenerationszeit, unzureichender Regeneration vor der nächsten Trainingseinheit oder einer beeinträchtigten muskulären Anpassung führen.
Hormonelle Auswirkungen
Alkohol hat Auswirkungen auf verschiedenen Hormone, die das Muskelwachstum regulieren. Da zƤhlen anabole Hormone wie Testosteron, das die MPS steigert und Wachstumshormon (GH), das über den Wachstumsfaktor IGF-1 anabol wirkt. Cortisol, das den Proteinabbau stimuliert, wird ebenfalls durch Alkohol beeinflusst32LakiÄeviÄ N. (2019). The Effects of Alcohol Consumption on Recovery Following Resistance Exercise: A Systematic Review. Journal of functional morphology and kinesiology, 4(3), 41. https://doi.org/10.3390/jfmk4030041.. Ethanol senkt den GH-Plasmaspiegel und verƤndert die Hypophysenachsen, indem es die Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) reduziert. Eine gesteigerte AktivitƤt der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, Entzündungen und oxidativer Stress tragen ebenfalls zur Verringerung des Testosterons bei. Darüber hinaus aktiviert Alkohol die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, was über die Freisetzung des Hormons Adrenocorticotropin (ACTH) zu einem erhƶhten Cortisolspiegel führt. Dieser mƶglicherweise stressbedingte Anstieg des Cortisols kann die Testosteronkonzentration senken und damit Auswirkungen auf das Muskelwachstum und die hormonelle Balance haben33Smith, S. J., Lopresti, A. L., & Fairchild, T. J. (2023). The effects of alcohol on testosterone synthesis in men: a review. Expert review of endocrinology & metabolism, 18(2), 155ā166. https://doi.org/10.1080/17446651.2023.2184797..
Die hormonellen Auswirkungen von Alkohol variieren mit der Dosis: Geringe bis moderate Dosen kƶnnen temporƤr den Testosteronspiegel erhƶhen, wƤhrend bei hƶheren Dosen (1,5 g/kg Kƶrpergewicht) ein Rückgang erfolgt34Bianco, A., Thomas, E., Pomara, F., Tabacchi, G., Karsten, B., Paoli, A., & Palma, A. (2014). Alcohol consumption and hormonal alterations related to muscle hypertrophy: a review. Nutrition & metabolism, 11, 26. https://doi.org/10.1186/1743-7075-11-26 (Retraction published Bianco A, Thomas E, Pomara F, Tabacchi G, Karsten B, Paoli A, Palma A. Nutr Metab (Lond). 2014;11:43).. Bei einem Kƶrpergewicht von 80 kg entspricht dies etwa sechs 0,5-Liter-Flaschen Bier. Der vorübergehende Anstieg bei geringen Dosen resultiert oft aus einer verstƤrkten AktivitƤt der Entgiftungsenzyme in der Leber und spiegelt nicht unbedingt die langfristigen positiven Effekte auf den Muskelaufbau wider. Der Rückgang bei hohen Dosen scheint zudem nur bei MƤnnern zu beobachten zu sein, wƤhrend Frauen einen Anstieg verzeichnen kƶnnen. Akute hohe Alkoholmengen kƶnnen bei MƤnnern auch die Aromatisierung von Androgenen erhƶhen, was feminisierende Effekte zur Folge haben kann35Barnes M. J. (2014). Alcohol: impact on sports performance and recovery in male athletes. Sports medicine (Auckland, N.Z.), 44(7), 909ā919. https://doi.org/10.1007/s40279-014-0192-8.. Besonders chronischer und übermƤĆiger Alkoholkonsum wirkt sich negativ aus, beeintrƤchtigt die Testosteronproduktion bei MƤnnern, erhƶht den Cortisolspiegel und verringert das Testosteron-zu-Cortisol-VerhƤltnis. Dies kann zu endokriner Dysfunktion führen und den Anpassungsprozess im Krafttraining stƶren.
Schlaf, Stimmung und Stoffwechsel
Der Konsum von Alkohol beeintrƤchtigt den normalen Hormonhaushalt, was sich negativ auf wichtige Faktoren wie SchlafqualitƤt, Stimmung und Stoffwechsel auswirkt. Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, stƶrt jedoch die erholsamen Schlafphasen und verkürzt die Schlafdauer36Zheng, D., Yuan, X., Ma, C., Liu, Y., VanEvery, H., Sun, Y., Wu, S., & Gao, X. (2021). Alcohol consumption and sleep quality: a community-based study. Public health nutrition, 24(15), 4851ā4858. https://doi.org/10.1017/S1368980020004553.. Dies führt zu einer BeeintrƤchtigung der Erholung, des Energieniveaus und der sportlichen LeistungsfƤhigkeit, insbesondere wenn Sportler nachts Alkohol konsumieren und lƤnger wachbleiben. Darüber hinaus kann zu viel Alkohol („Kater“) die Stimmung negativ beeinflussen und zu depressiver Verstimmung, Kopfschmerzen und Ćberempfindlichkeit gegenüber ƤuĆeren Reizen führen. Zudem beeintrƤchtigt Alkohol auch den Glucose- und Lipidstoffwechsel, was sich negativ auf die sportliche LeistungsfƤhigkeit und Kƶrperzusammensetzung auswirken kann. Daher sollten Sportler, die eine Muskelhypertrophie bzw. Muskeldefinition anstreben oder unter hormonellen Dysbalancen leiden, einen übermƤĆigen Alkoholkonsum ā nicht nur wƤhrend der Erholungsphasen ā vermeiden.
NƤhrstoffmƤngel und MangelernƤhrung
Ein starker Alkoholkonsum kann gravierende Auswirkungen auf die ErnƤhrung und den NƤhrstoffhaushalt haben, was besonders für Sportler relevant ist, die auf Muskelaufbau abzielen. Kraftsportler benƶtigen einen fundierten, ausgewogenen ErnƤhrungsplan, um eine optimale sportliche Leistung und kƶrperliche Anpassung zu fƶrdern. Aufgrund der hohen physischen Anforderungen des Trainings sind sie mƶglicherweise bereits einem hƶheren Risiko für NƤhrstoffmƤngel ausgesetzt als Nicht-Sportler. RegelmƤĆiger und starker Alkoholkonsum kann das Risiko für NƤhrstoffmƤngel und eine MangelernƤhrung zusƤtzlich erhƶhen. Alkohol liefert zwar viele Kalorien, enthƤlt aber keine essenziellen NƤhrstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder AminosƤuren, die für den Muskelaufbau unerlƤsslich sind. Stattdessen kann Alkohol diese essenziellen NƤhrstoffe verdrƤngen, wenn die Kalorien aus Alkohol getrackt werden und nƤhrstoffreiche Lebensmittel ersetzen.
Bei Personen, die über 30 % ihrer tƤglichen Kalorienzufuhr durch Alkohol decken, werden oft signifikante Reduktionen in der Aufnahme von Protein, Fett und wichtigen Vitaminen wie A, C und B (insbesondere Thiamin, aber auch Riboflavin und Vitamin B6) beobachtet37Lieber C. S. (2000). ALCOHOL: its metabolism and interaction with nutrients. Annual review of nutrition, 20, 395ā430. https://doi.org/10.1146/annurev.nutr.20.1.395. 38National Research Council (US) Committee on Diet and Health. Diet and Health: Implications for Reducing Chronic Disease Risk. Washington (DC): National Academies Press (US); 1989. 16, Alcohol. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK218766/.. Auch die Aufnahme von Calcium, Eisen und Ballaststoffen kann unter diesen UmstƤnden leiden39INSERM Collective Expertise Centre. Alcohol: Health effects [Internet]. Paris (FR): Institut national de la santĆ© et de la recherche mĆ©dicale; 2001. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK7116/.. Ein langfristiger Alkoholkonsum kann zudem die Absorption wichtiger NƤhrstoffe im Darm beeintrƤchtigen und deren Stoffwechsel in der Leber stƶren, was ebenfalls zu NƤhrstoffmƤngeln führen kann. Diese MƤngel, kombiniert mit der Tendenz von Alkohol, den Proteinabbau zu fƶrdern und die Proteinsynthese zu hemmen, kƶnnen das Muskelwachstum erheblich beeintrƤchtigen und die Muskelerholung nach dem Training verlangsamen. Zudem kann eine solche MangelernƤhrung auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit und sportliche Leistung haben.
Für Sportler, die Muskeln aufbauen möchten, ist es ratsam, den Alkoholkonsum zu minimieren oder ganz darauf zu verzichten. Alkohol liefert leere Kalorien, die keine Nährstoffe bereitstellen, die für die Erholung der Muskeln nach dem Training nötig sind. Wer auf Alkohol nicht verzichten möchte, sollte diesen möglichst an trainingsfreien Tagen konsumieren und die Menge begrenzen, um die negativen Auswirkungen auf die Erholung und das hormonelle Gleichgewicht so gering wie möglich zu halten.
Alkohol und Ausdauersport: VertrƤgt sich das?

Neben den Effekten auf den Muskelaufbau kann der Konsum von Alkohol auch Folgen auf weitere entscheidende Aspekte der sportlichen Leistungsfähigkeit ausüben. Dazu zählen u. a. die aerobe Leistung, Hydratation und Immunfunktion, die insbesondere für Ausdauersportler von zentraler Bedeutung sind. Dies hat direkte Auswirkungen auf ihre Fähigkeit, längere andauernde körperliche Aktivitäten durchzuführen und sich effektiv von diesen zu erholen.
Aerobe Leistung und Energiestoffwechsel
Im Kontext des Ausdauersports ist die aerobe Leistung ein Schlüsselfaktor, der die sportliche Performance und WettbewerbsfƤhigkeit maĆgeblich bestimmt. Alkohol hat jedoch einen direkten Einfluss auf verschiedene metabolische Prozesse, die für die Aufrechterhaltung der aeroben KapazitƤt unerlƤsslich sind:
- Aerobe Leistung: Alkoholkonsum stƶrt den Citratzyklus und den gesamten Energiestoffwechsel, was wesentlich für die aerobe Leistung ist. Selbst geringe Mengen Alkohol kƶnnen die Gluconeogenese hemmen40Vella, L. D., & Cameron-Smith, D. (2010). Alcohol, athletic performance and recovery. Nutrients, 2(8), 781ā789. https://doi.org/10.3390/nu2080781. ā den Prozess der Glucosebildung aus Nicht-Kohlenhydratquellen ā und den Laktatspiegel erhƶhen. Diese VerƤnderungen kƶnnen die Ausdauerleistung beeintrƤchtigen, da der Kƶrper weniger effizient Energie aus Kohlenhydraten gewinnen kann.
- Citratzyklus und Laktat-Pyruvat-Verhältnis: Durch die Beeinträchtigung des Citratzyklus durch Alkohol wird die Energiegewinnung aus aeroben Prozessen gestört, was zu einem Anstieg des Laktatspiegels im Körper führt41Teixeira-Coelho, F., Santos, D. F. C., Santos, G. A., Sousa, T. F., Moreira, S. R., Souza, M. V. C., & Wanner, S. P. (2020). Ingestion of a moderate dose of alcohol enhances physical exercise-induced changes in blood lactate concentration. Brazilian journal of medical and biological research = Revista brasileira de pesquisas medicas e biologicas, 53(4), e9200. https://doi.org/10.1590/1414-431X20209200.. Ein erhöhter Laktatspiegel signalisiert eine unzureichende aerobe Energiegewinnung und kann sowohl die aerobe Leistungsfähigkeit als auch die Muskelregeneration nach dem Training negativ beeinflussen.
- Metabolische Effekte: Alkohol verändert den Stoffwechsel, indem er den Körper dazu anregt, Alkohol statt Kohlenhydrate und Fette als primäre Energiequelle zu nutzen. Diese Priorisierung des Alkoholabbaus führt zu einer reduzierten Verfügbarkeit von Glucose und Fettsäuren für die Energiegewinnung, was insbesondere während des Ausdauertrainings die Leistungsfähigkeit und Ausdauer beeinträchtigen kann.
- Katersymptome und LeistungsfƤhigkeit: Ein alkoholbedingter Kater kann zu einer Reduktion der aeroben LeistungsfƤhigkeit von bis zu 11 %42O'Brien, C. P., & Lyons, F. (2000). Alcohol and the athlete. Sports medicine (Auckland, N.Z.), 29(5), 295ā300. https://doi.org/10.2165/00007256-200029050-00001. und einem hƶheren Grad an Erschƶpfung führen43Verster, J. C., Anogeianaki, A., Kruisselbrink, D., Alford, C., & Stock, A. K. (2019). Relationship between Alcohol Hangover and Physical Endurance Performance: Walking the Samaria Gorge. Journal of clinical medicine, 9(1), 114. https://doi.org/10.3390/jcm9010114.. Zudem kƶnnen sich katerbedingte Symptome, wie Elektrolytungleichgewichte, HypoglykƤmie, Magenreizungen, GefƤĆerweiterungen, Stƶrungen des SƤure-Basen-Gleichgewichts und der Zytokin-Prostaglandin-Wege, sowie Schlafstƶrungen, negativ auf die physische und psychologische Verfassung von Sportlern auswirken.
Diese Punkte verdeutlichen, dass Alkohol wichtige metabolische Prozesse der aeroben Leistungsfähigkeit, darunter den Energiestoffwechsel und die Muskelregeneration, negativ beeinflussen kann. Dies kann sich negativ auf die Trainingsintensität und Wettkampfleistung auswirken. Sportler, die ohne Kater trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen, können somit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren verkaterten Gegnern verzeichnen. Dies unterstreicht die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol, insbesondere in Vorbereitung auf wichtige Wettkämpfe oder intensive Trainingseinheiten.
Hydratation und Thermoregulation
Hydratation ist ein entscheidender Faktor für die sportliche Leistung und die schnelle Erholung nach dem Training. Alkohol wirkt jedoch diuretisch, was bedeutet, dass er die Urinproduktion steigert und damit den Flüssigkeitshaushalt des Kƶrpers stƶren kann44Shirreffs, S. M., & Maughan, R. J. (2006). The effect of alcohol on athletic performance. Current sports medicine reports, 5(4), 192ā196. https://doi.org/10.1097/01.csmr.0000306506.55858.e5.. Dies kann insbesondere nach intensiver kƶrperlicher BetƤtigung zu einer Dehydration führen, was die Erholungszeit verlƤngern und die sportliche LeistungsfƤhigkeit beeintrƤchtigen kann. Die adƤquate Rehydrierung nach dem Training ist somit durch Alkoholkonsum erschwert, da die benƶtigten Flüssigkeiten schneller ausgeschieden werden. Auch die Thermoregulation, die FƤhigkeit des Kƶrpers, eine stabile Kerntemperatur aufrechtzuerhalten, ist für Ausdauersportler von groĆer Bedeutung. Alkohol kann diese FƤhigkeit beeintrƤchtigen, indem er die BlutgefƤĆe erweitert und so die WƤrmeabgabe erhƶht. Dies kann vor allem bei sportlichen AktivitƤten unter extremen klimatischen Bedingungen herausfordernd sein und die Anpassung an Hitze, insbesondere aber an KƤlte, erschweren45Thomas, D. T., Erdman, K. A., & Burke, L. M. (2016). American College of Sports Medicine Joint Position Statement. Nutrition and Athletic Performance. Medicine and science in sports and exercise, 48(3), 543ā568. https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000852..
Immunfunktion und kardiovaskulƤre Gesundheit
Die Auswirkungen von Alkohol auf die Immunfunktion und Herz-Kreislauf-Gesundheit sind für Athleten besonders relevant, da sie sowohl die kurzfristige LeistungsfƤhigkeit als auch die langfristige Gesundheit beeinflussen kƶnnen. In Bezug auf die Immunfunktion kann regelmƤĆiger Alkoholkonsum die kƶrpereigene Abwehr schwƤchen, was zu einer erhƶhten AnfƤlligkeit für Infektionen und einer verlangsamten Heilung von Verletzungen führen kannāā. Für Ausdauersportler ist ein starkes Immunsystem entscheidend, um die kontinuierliche Trainings- und WettkampffƤhigkeit aufrechtzuerhalten. Daher kann ein geschwƤchtes Immunsystem besonders problematisch sein. Eine beeintrƤchtigte Immunfunktion bedeutet nicht nur ein erhƶhtes Risiko für Erkrankungen, sondern kann auch den Erholungsprozess nach intensiven Trainingseinheiten oder WettkƤmpfen verlangsamen.
Hinsichtlich der kardiovaskulƤren Gesundheit ist bekannt, dass ein exzessiver Alkoholkonsum mit einem erhƶhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Dies umfasst ein breites Spektrum von Problemen, von Hypertonie bis zu Herzrhythmusstƶrungen46Day, E., & Rudd, J. H. F. (2019). Alcohol use disorders and the heart. Addiction (Abingdon, England), 114(9), 1670ā1678. https://doi.org/10.1111/add.14703.āā. Für Athleten, deren Sportarten hohe Anforderungen an das Herz-Kreislauf-System stellen, kann dies die LeistungsfƤhigkeit erheblich beeintrƤchtigen. Ein langfristiger schwerer Alkoholkonsum kann zudem zu einer SchwƤchung des Herzmuskels führen, was die kardiovaskulƤre LeistungsfƤhigkeit weiter verringert und das Risiko für ernsthafte Gesundheitsprobleme erhƶht. Ein schƤdlicher Alkoholkonsum kann auch das Risiko für Lebererkrankungen und Krebs steigern47Matsushita, H., & Takaki, A. (2019). Alcohol and hepatocellular carcinoma. BMJ open gastroenterology, 6(1), e000260. https://doi.org/10.1136/bmjgast-2018-000260. 48Latino-Martel, P., Cottet, V., Druesne-Pecollo, N., Pierre, F. H., Touillaud, M., Touvier, M., Vasson, M. P., Deschasaux, M., Le Merdy, J., Barrandon, E., & Ancellin, R. (2016). Alcoholic beverages, obesity, physical activity and other nutritional factors, and cancer risk: A review of the evidence. Critical reviews in oncology/hematology, 99, 308ā323. https://doi.org/10.1016/j.critrevonc.2016.01.002.. Die schƤdigende Wirkung von Alkohol auf die Leber kann in einer beeintrƤchtigten EntgiftungsfƤhigkeit und metabolischen Stƶrungen resultieren49Osna, N. A., Donohue, T. M., Jr, & Kharbanda, K. K. (2017). Alcoholic Liver Disease: Pathogenesis and Current Management. Alcohol research : current reviews, 38(2), 147ā161..
Verletzungsrisiko und Genesungsprozess
Alkoholkonsum hat signifikante Auswirkungen auf die motorischen FƤhigkeiten von Sportlern, was wiederum das Risiko von Verletzungen erhƶhen und den Erholungsprozess nach einer Verletzung beeintrƤchtigen kann. Alkohol kann zu einer verminderten Koordination, einer verzƶgerten ReaktionsfƤhigkeit, einem verminderten Urteilsvermƶgen und einer BeeintrƤchtigung des Gleichgewichts führen. Diese Effekte sind besonders relevant in Sportarten, in denen ein hohes MaĆ an motorischer Kontrolle und Koordination, prƤzise BewegungsablƤufe, ein schnelles Reaktionsvermƶgen und ein guter Gleichgewichtssinn gefragt sind. Sportler, die unter Alkoholeinfluss stehen, sind eher anfƤllig für Stürze, ZusammenstƶĆe und andere UnfƤlle, die zu ernsthaften Verletzungen führen kƶnnen50Niedermeier, M., Ruedl, G., Burtscher, M., & Kopp, M. (2019). Injury-Related Behavioral Variables in Alpine Skiers, Snowboarders, and Ski Tourers-A Matched and Enlarged Re-Analysis. International journal of environmental research and public health, 16(20), 3807. https://doi.org/10.3390/ijerph16203807. 51Gaudio, R. M., Barbieri, S., Feltracco, P., Spaziani, F., Alberti, M., Delantone, M., Trevisiol, P., Righini, F., Talarico, A., Sanchioni, R., Spagna, A., Pietrantonio, V., Zilio, G., Dalla Valle, R., Vettore, G., Montisci, M., Bortoluzzi, A., Sacco, A., Ramacciato, G., Pasetti, A., ⦠Avato, F. M. (2010). Impact of alcohol consumption on winter sports-related injuries. Medicine, science, and the law, 50(3), 122ā125. https://doi.org/10.1258/msl.2010.010007.. Dies gilt sowohl wƤhrend des Trainings als auch im Wettkampf.
Wenn Sportler Weichteilverletzungen erleiden, lƶst der Kƶrper eine Entzündungsreaktion aus, die für den Heilungsprozess entscheidend ist. Der Konsum von Alkohol kann diesen natürlichen Prozess stƶren, indem er zu einem Ungleichgewicht zwischen entzündungshemmenden und entzündungsfƶrdernden Mechanismen führt52Kany, S., Janicova, A., & Relja, B. (2019). Innate Immunity and Alcohol. Journal of clinical medicine, 8(11), 1981. https://doi.org/10.3390/jcm8111981.. ZusƤtzlich wirkt Alkohol als Vasodilatator, der die Durchblutung im verletzten Bereich erhƶht. Dies kann die Schwere der Verletzung verstƤrken und den Prozess der Wundheilung stƶren53Jung, M. K., Callaci, J. J., Lauing, K. L., Otis, J. S., Radek, K. A., Jones, M. K., & Kovacs, E. J. (2011). Alcohol exposure and mechanisms of tissue injury and repair. Alcoholism, clinical and experimental research, 35(3), 392ā399. https://doi.org/10.1111/j.1530-0277.2010.01356.x.. Die Stƶrung der natürlichen Entzündungsreaktion und die erhƶhte Durchblutung durch den Alkoholkonsum kƶnnen zusammen die EffektivitƤt der kƶrpereigenen Heilung beeintrƤchtigen und zu einer verlƤngerten Genesungszeit sowie Rückkehr zum Sport führen. Eine nicht vollstƤndig ausgeheilte Verletzung erhƶht zudem das Risiko für weitere Verletzungen.
Ausdauersportler sollten Alkohol als ergolytische Substanz betrachten, die ihre LeistungsfƤhigkeit negativ beeinflussen kann. Um die aerobe KapazitƤt nicht zu beeintrƤchtigen, ist es entscheidend, Alkohol vor und wƤhrend des Trainings sowie wƤhrend WettkƤmpfen zu vermeiden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol bietet nicht nur den Vorteil einer verbesserten LeistungsfƤhigkeit, sondern reduziert auch das Verletzungsrisiko und fƶrdert eine schnelle, vollstƤndige Erholung.
Die Balance finden: Alkohol und gesunder Lebensstil

Alkohol und ein gesunder Lebensstil mögen auf den ersten Blick wie zwei gegensätzliche Konzepte erscheinen, doch sie können durchaus in Einklang gebracht werden, wenn bewusster Konsum, soziale Geselligkeit und Freude im richtigen Verhältnis stehen. Alkohol kann zwar Ernährung und Training beeinflussen, ist jedoch oft Teil lebensfroher sozialer Momente. Die Herausforderung besteht darin, einen ausgewogenen Umgang mit Alkohol zu finden, der sowohl Fitnessziele als auch die Lebensqualität berücksichtigt.
Einfluss von Alkohol auf Disziplin und Motivation
Alkoholkonsum kann subtile Auswirkungen auf die Motivation und Disziplin in Bezug auf gesunde ErnƤhrung und regelmƤĆige kƶrperliche AktivitƤt haben54Geigl, C., Loss, J., Leitzmann, M., & Janssen, C. (2022). Social Factors of Dietary Risk Behavior in Older German Adults: Results of a Multivariable Analysis. Nutrients, 14(5), 1057. https://doi.org/10.3390/nu14051057. 55Devenney, L. E., Coyle, K. B., Roth, T., & Verster, J. C. (2019). Sleep after Heavy Alcohol Consumption and Physical Activity Levels during Alcohol Hangover. Journal of clinical medicine, 8(5), 752. https://doi.org/10.3390/jcm8050752., wobei der Einfluss individuell variieren kann. Bei Personen, die ihre ErnƤhrung genau steuern, kann Alkoholkonsum zu einer Lockerung der Selbstkontrolle führen. Dies ƤuĆert sich oft darin, dass sie dazu neigen, über das normale MaĆ hinaus zu essen, insbesondere wenn Alkohol im Spiel ist. Interessanterweise kann der Versuch, den Alkoholkonsum bewusst zu kontrollieren, die Aufmerksamkeit auf alkoholische GetrƤnke lenken56Muraven, M., Collins, R. L., & Nienhaus, K. (2002). Self-control and alcohol restraint: an initial application of the self-control strength model. Psychology of addictive behaviors : journal of the Society of Psychologists in Addictive Behaviors, 16(2), 113ā120. https://doi.org/10.1037//0893-164x.16.2.113., was paradoxerweise die Selbstregulierung der Nahrungsaufnahme untergraben und das Risiko für unkontrolliertes Essen (und Trinken) erhƶhen kann57Muraven, M., & Shmueli, D. (2006). The self-control costs of fighting the temptation to drink. Psychology of addictive behaviors : journal of the Society of Psychologists in Addictive Behaviors, 20(2), 154ā160. https://doi.org/10.1037/0893-164X.20.2.154.. Die mentalen Prozesse, die beim Versuch entstehen, Alkohol zu meiden oder Gedanken an dessen Konsum zu unterdrücken, kƶnnen ungewollt das Interesse und den Konsum erhƶhen und damit die Bemühungen um eine gesunde ErnƤhrung konterkarieren.
Darüber hinaus hat Alkohol auch psychologische Auswirkungen, die die sportliche Leistung beeinflussen kƶnnen. Kurzfristig kann Alkohol zwar ein Gefühl der Euphorie und erhƶhten Risikobereitschaft58Gilman, J. M., Ramchandani, V. A., Davis, M. B., Bjork, J. M., & Hommer, D. W. (2008). Why we like to drink: a functional magnetic resonance imaging study of the rewarding and anxiolytic effects of alcohol. The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience, 28(18), 4583ā4591. https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.0086-08.2008. sowie einer scheinbar gesteigerten sozialen und sportlichen Motivation hervorrufen, jedoch führt er langfristig zu einer Verringerung der LeistungsfƤhigkeit und verzƶgerten Regeneration. Auch diese Auswirkungen kƶnnen bei verschiedenen Personen unterschiedlich ausgeprƤgt sein. Speziell bei mƤnnlichen Athleten kann eine hohe Wettbewerbsorientierung mit vermehrtem Alkoholkonsum korrelieren, insbesondere in der Off-Season59Weaver, C. C., Martens, M. P., Cadigan, J. M., Takamatsu, S. K., Treloar, H. R., & Pedersen, E. R. (2013). Sport-related achievement motivation and alcohol outcomes: an athlete-specific risk factor among intercollegiate athletes. Addictive behaviors, 38(12), 2930ā2936. https://doi.org/10.1016/j.addbeh.2013.08.021. 60Williams, C. M., Shaw, M. T., Mastroleo, N. R., & Zale, E. L. (2022). Sport-Related and Psychosocial Factors Associated With Motives and Consequences Of Alcohol and Cannabis Use Among NCAA Athletes: A Systematic Review. Alcohol and alcoholism (Oxford, Oxfordshire), 57(1), 74ā84. https://doi.org/10.1093/alcalc/agab022.. Die Forschung zeigt, dass Alkohol die Motivation und den Fokus beeintrƤchtigt61Sullivan, E. V., Harris, R. A., & Pfefferbaum, A. (2010). Alcohol's effects on brain and behavior. Alcohol research & health : the journal of the National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism, 33(1-2), 127ā143. und damit direkt die sportliche Disziplin und Zielverfolgung stƶren kann. Letztlich wirkt sich dies negativ auf das Erreichen langfristiger Fitnessziele aus und kann zu einer Verringerung der TrainingsintensitƤt und -hƤufigkeit bzw. TrainingsqualitƤt führen. Zudem kann der soziale Druck in Teamsportarten den Alkoholkonsum fƶrdern, was die Selbstkontrolle und Trainingsdisziplin weiter untergrƤbt.
Alkoholkonsum im sozialen Kontext
Neben den Herausforderungen, die Alkohol für Fitnessziele darstellt, ist es ebenso wichtig, den Kontext zu betrachten, in dem Alkohol getrunken wird. Alkoholkonsum ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit ist, sondern findet in einem komplexen Netz von Einflussfaktoren statt und wird stark von sozialen Einflüssen geprƤgt 62Sudhinaraset, M., Wigglesworth, C., & Takeuchi, D. T. (2016). Social and Cultural Contexts of Alcohol Use: Influences in a Social-Ecological Framework. Alcohol research : current reviews, 38(1), 35ā45.. Untersuchungen zeigen, dass Trinkmotive im gesellschaftlichen Rahmen variieren kƶnnen und nicht immer negativ besetzt sind. Intrinsische Trinkmotive, die auf die BewƤltigung negativer Gefühle oder das Steigern positiver Stimmungen abzielen, sind oft mit einem erhƶhten Alkoholkonsum und damit verbundenen Problemen verbunden63Pitts, M., Chow, G. M., & Donohue, B. (2019). Relationship between General and Sport-Related Drinking Motives and Athlete Alcohol Use and Problems. Substance use & misuse, 54(1), 146ā155. https://doi.org/10.1080/10826084.2018.1512624.. Extrinsische Motive hingegen, wie das Trinken aus sozialen Gründen oder um Zugehƶrigkeit zu zeigen, haben eine schwƤchere Verbindung zu alkoholbezogenen Problemen und zeigen eine grƶĆere VariabilitƤt im Trinkverhalten. 64Moustafa, A. A., Alvinia, N. P., Liu, L., Richard, Y., Hanafy, A. A., Bagadood, N. H., Abo Hamza, E. (2023). Drinking motives as a predictor of readiness to change alcohol use. Current Psychology. https://doi.org/10.1007/s12144-023-04245-5.. TatsƤchlich kann das Trinken aus sozialen Gründen in manchen Kontexten die insgesamt konsumierte Alkoholmenge beeinflussen.
Soziale Dynamiken rund um den Alkoholkonsum sind besonders relevant in Gemeinschaften, in denen das Trinken als fester Bestandteil kultureller oder Gruppennormen verankert ist. In sportlichen Kreisen etwa kann das gemeinsame AnstoĆen mit Alkohol, um im Team Siege zu feiern (oder Niederlagen zu bedauern), die GruppenidentitƤt stƤrken65Harris, M., Jones, C., Brown, D. (2022). Alcohol use by Athletes: Hierarchy, status, and Reciprocity. Journal of Sport and Social Issues, 47(2). https://doi.org/10.1177/01937235221144432. 66Martens, M. P., Pedersen, E. R., Smith, A. E., Stewart, S. H., & O'Brien, K. (2011). Predictors of alcohol-related outcomes in college athletes: the roles of trait urgency and drinking motives. Addictive behaviors, 36(5), 456ā464. https://doi.org/10.1016/j.addbeh.2010.12.025.. Forschungsergebnisse bestƤtigen eine positive Korrelation zwischen sportlicher BetƤtigung und Alkoholkonsum, was das überraschende Zusammenspiel zweier scheinbar gegensƤtzlicher Verhaltensweisen aufzeigt67Leasure, J. L., Neighbors, C., Henderson, C. E., & Young, C. M. (2015). Exercise and Alcohol Consumption: What We Know, What We Need to Know, and Why it is Important. Frontiers in psychiatry, 6, 156. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2015.00156. 68Stamates, A. L., Linden-Carmichael, A. N., & Lau-Barraco, C. (2022). Daily Exercise and Alcohol Use Among Young Adult College Students. Emerging adulthood (Print), 10(3), 572ā580. https://doi.org/10.1177/21676968211047028. 69Piazza-Gardner, A. K., & Barry, A. E. (2012). Examining physical activity levels and alcohol consumption: are people who drink more active?. American journal of health promotion : AJHP, 26(3), e95āe104. https://doi.org/10.4278/ajhp.100929-LIT-328.. Dieses Paradoxon wirft ein Licht auf die Notwendigkeit, Alkoholkonsum im Rahmen eines gesunden Lebensstils nuanciert zu betrachten. Es zeigt sich, dass Trinkmotive wie soziale Integration oder Belohnung einen Beitrag zur sozialen Interaktion und LebensqualitƤt leisten kƶnnen, ohne zwangslƤufig in einem problematischen Konsum zu münden. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zu finden, die gesundheitliche Risiken minimiert und gleichzeitig soziale AktivitƤt ermƶglicht.
12 Strategien für eine gesunde Balance trotz Alkohol
Im Spannungsfeld zwischen Alkoholgenuss und einem gesunden Lebensstil liegt die Herausforderung darin, bewusste Entscheidungen zu treffen. WƤhrend Alkohol im ĆbermaĆ die Gesundheit und Fitness beeintrƤchtigen kann, ist ein mƤĆiger Konsum in einem sozial aktiven Leben oft integrierbar. Wichtig ist, Strategien zu entwickeln, die sowohl im Alltag als auch bei besonderen AnlƤssen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol fƶrdern, ohne dabei die Freude am geselligen Beisammensein zu mindern. Folgende Tipps kƶnnen dir dabei helfen, ein gesunde Balance zu finden:
- Setze klare Trinkgrenzen: Bestimme, wie viel Alkohol du trinken mƶchtest, um deine DiƤt- und Fitnessziele nicht zu beeintrƤchtigen.
- WƤhle GetrƤnke bewusst: Greife bei sozialen AnlƤssen zu alkoholarmen oder -freien Alternativen und vermeide Hochprozentiges.
- Lösche deinen Durst nicht mit Alkohol: Wasser oder Schorle bremsen nicht nur den Alkoholkonsum, sondern gleichen auch den Flüssigkeitsverlust aus.
- Plane Alkohol ums Training herum: Berücksichtige deine sportlichen Aktivitäten bei der Entscheidung, wann und wie viel du trinkst.
- Entwickle alkoholfreie soziale Traditionen: Findet im Team oder mit Freunden neue Wege, um besondere Momente auch ohne Alkohol zu zelebrieren.
- Trinke nicht aus negativen Emotionen heraus: Nutze Alkohol nicht, um deine Stimmung künstlich zu heben oder negative Gefühle zu unterdrücken.
- Finde Alternativen zur StressbewƤltigung: Entdecke Methoden zur Entspannung und Stressreduktion, die nicht auf Alkohol basieren.
- Trinke bewusst und in MaĆen: GenieĆe Alkohol langsam und lerne, bewusst eine Pause einzulegen. Lass ruhig mal etwas im Glas, wenn du genug hast.
- Vermeide Alkoholexzesse: Meide Trinkspiele und Flatrate-Partys, um unkontrollierten Alkoholkonsum zu verhindern.
- Fühle dich nicht zum Trinken gedrängt: Bleibe deinen eigenen Entscheidungen treu, unabhängig davon, was andere sagen oder tun.
- Betrachte Alkohol nicht als „verbotene“ Substanz: Wenn du Lust darauf hast, genieĆe ihn in MaĆen, statt dir zwanghaft einen strikten Verzicht aufzuerlegen.
- GenieĆe das Leben: SpaĆ, Freude und Geselligkeit sind auch ohne Alkohol mƶglich, aber ein maĆvoller Konsum kann Teil eines ausgewogenen Lebensstils sein.
Ein ausgewogener Lebensstil beinhaltet ein gesundes Gleichgewicht zwischen Gesundheit und LebensqualitƤt. Ein maĆvoller Konsum von Alkohol kann Bestandteil eines solchen Lebensstils sein, wobei die Risiken des Alkohols nicht ignoriert werden sollten. Es ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass unsere LebensqualitƤt nicht von der Menge des konsumierten Alkohols abhƤngt, sondern von der QualitƤt der Erfahrungen, die wir machen und Beziehungen, die wir pflegen. Finde das Gleichgewicht, das zu dir passt ā ob mit oder ohne Alkohol. Ziehe zudem frühzeitig die ReiĆleine, wenn du merkst, dass der Alkohol deine ErnƤhrung, Gesundheit oder LeistungsfƤhigkeit beeintrƤchtigt.
Alkoholkonsum im Kontext eines gesunden Lebensstils ist ein Balanceakt zwischen Genuss, SpaĆ und Selbstkontrolle. WƤhrend Alkohol in MaĆen zur Lebensfreude und sozialen Integration beitragen kann, sollte der Konsum nicht zulasten unserer ErnƤhrung, des Trainings und des psychischen Wohlbefindens gehen. Immerhin haben unsere Entscheidungen bezüglich des Alkoholkonsums nicht nur kurzfristige Auswirkungen, sondern kƶnnen unsere Gesundheit und LeistungsfƤhigkeit auch langfristig prƤgen.
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Fazit: Alkohol kritischer Faktor für Diät und Sport
Der Konsum von Alkohol im Kontext eines gesunden Lebensstils ist durchaus kritisch zu betrachten. Ethanol (Alkohol) ist eine giftige, psychoaktive und abhƤngig machende Substanz, die von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) bereits vor Jahrzehnten als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft wurde ā dies ist die Gruppe mit dem hƶchsten Risiko, zu der auch Asbest, Strahlung und Tabak gehƶren. Der Spruch „Die Dosis macht das Gift“, trifft bei Alkohol nur bedingt zu, da die Risiken bereits beim ersten Tropfen beginnen. Gleichzeitig steigen die Risiken mit der konsumierten Alkoholmenge.
Alkohol tut nichts für dich
Alkohol ist nicht nur ein Risikofaktor für die Gesundheit allgemein, sondern kann auch nachteilige Effekte auf das Kƶrpergewicht, die ErnƤhrung und sportliche Leistung haben. Gewichtsprobleme, NƤhrstoffmangel sowie BeeintrƤchtigungen bei Muskelaufbau, sportlicher LeistungsfƤhigkeit und Regeneration sind nur einige mƶgliche Nachteile. Obwohl Alkohol in einigen Sportarten bis Ende 2017 als potenziell leistungssteigernde Substanz auf der WADA-Verbotsliste ausgewiesen wurde, wird er seitdem nicht mehr aufgeführt. Alkohol bietet für die sportliche Performance bzw. einen gesunden Lifestyle somit keinerlei Vorteile ā im Gegenteil. Aus gesundheitlicher, ernƤhrungsphysiologischer und sportlicher Sicht ist kein Alkohol die beste Wahl. Dennoch wird insbesondere bei Mannschaftssportarten oft ein problematisches Trinkverhalten beobachtet. Für diejenigen, die nicht gƤnzlich auf Alkohol verzichten mƶchten, besteht das maximale Ziel darin, die gesundheitlichen Risiken und potenziellen Nachteile auf das Kƶrpergewicht, den Muskelaufbau und die sportliche LeistungsfƤhigkeit auf ein Minimum zu reduzieren.
Risikoarmer Konsum
Auch wenn Alkohol Bestandteil bestimmter ErnƤhrungsformen sein kann, wie z. B. der mediterranen ErnƤhrung, zu der jedoch auch regelmƤĆige kƶrperliche Bewegung, soziale Kontakte und ausreichend Schlaf gehƶren70Cena, H., & Calder, P. C. (2020). Defining a Healthy Diet: Evidence for The Role of Contemporary Dietary Patterns in Health and Disease. Nutrients, 12(2), 334. https://doi.org/10.3390/nu12020334., sind die mit dem Alkoholkonsum verbundenen Risiken unbestreitbar. Es gibt kein „sicheres“ MaĆ an Alkoholkonsum und somit auch keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Konsum. Die Deutsche Gesellschaft für ErnƤhrung (DGE) empfiehlt daher, auf alkoholische GetrƤnke zu verzichten71Deutsche Gesellschaft für ErnƤhrung e. V. (2024). Am besten null Promille ā neues DGE-Positionspapier zu Alkohol. Deutsche Gesellschaft für ErnƤhrung e. V. (DGE). https://www.dge.de/presse/meldungen/2024/dge-positionspapier-zu-alkohol/. Stand: 16.08.2024.. UnabhƤngig von Sport oder DiƤt ist es daher am besten, keinen oder mƶglichst wenig Alkohol zu trinken. Als risikoarmen Alkoholkonsum definiert die DGE 1ā2 alkoholische GetrƤnke pro Woche, was weniger als 27 g reinem Alkohol entspricht. Ein Standardglas mit 10ā12 g reinem Alkohol entspricht etwa einem kleinen Bier (0,3 l), einem Glas Wein (0,125 l), einem Glas Sekt (0,1 l) oder einem Schnapsglas (4 cl). Diese Mengen sollten jedoch nicht als Aufforderung verstanden werden, regelmƤĆig Alkohol zu trinken. Für Alkohol gilt: Weniger ist mehr. Insbesondere Jugendliche, Schwangere, Stillende und Personen mit gesundheitlichen EinschrƤnkungen sollten auf Alkohol verzichten.
WƤhrend maĆvoller Genuss für manche zum sozialen Leben dazugehƶrt, sollte die bewusste Entscheidung gegen Alkohol ebenfalls respektiert werden. Es ist wichtig, die individuellen Grenzen zu kennen und die Auswirkungen von Alkohol auf den eigenen Kƶrper und Geist wahrzunehmen. Nicht zuletzt spielt die persƶnliche Verantwortung eine entscheidende Rolle, um den eigenen Lebensstil gesund und ausgeglichen zu gestalten. Dabei ist es hilfreich, sich über die Risiken von Alkohol zu informieren und Unterstützung zu suchen, falls die Balance ins Wanken gerƤt.
